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DIE GEPLANTE LINIE 8 - "SÜDWEST-LINIE"


Seit den 70ern gibt es Pläne Straßenbahnstrecken in den Südwesten von Graz zu bauen, wo es außer einer O-Busstrecke bisher nur Autobuslinien gegeben hat. Seither hat sich nicht viel geändert, nur dass die Staus z. B. in der Kärntnerstraße länger geworden sind.

Mitte der 90er wurde eine Strecke zum damals noch nicht realisierten Nahverkehrsknoten Don Bosco geplant. Man hat sich auf 2 Varianten beschränkt (s. Bericht in der "Kleinen Zeitung" vom 08.05.1997).

Nun soll die Strecke in einer ersten Etappe gleich bis zur Kreuzung Straßganger Straße / Grottenhofstraße und in einer zweiten bis zum zukünftigen Nahverkehrsknoten Webling gebaut werden.
Die Strecke soll gemäß der Variante 1, deren Streckenverlauf unten beschrieben ist, errichtet werden.

Die 2. Variante ist hier dennoch beschrieben, da ich es nicht ausschließe, dass diese Variante vielleicht doch noch zum Zug kommt, da sie über ein wesentlich größeres städtebauliches Entwicklungspotential verfügt als die erste.

 

Variante 1

Jakominiplatz - Radetzkystraße - Radetzkybrücke - Brückenkopfgasse - Griesplatz - Rösselmühlgasse - Lazarettgasse - Gürtelturmplatz - Kärntnerstraße - Nahverkehrsknoten Don Bosco - Kärntner Straße - Peter-Rosegger-Straße - Straßganger Straße - [eigene Trasse] - Nahverkehrsknoten Webling

Streckenlänge: 7,73km, inklusive "Entlastungsstrecke".

Variante 2

Wie Variante 1 bis Griesplatz - Karlauerstraße - Karlauplatz  - Fabriksgasse - Hohenstaufengasse - Nahverkehrsknoten Don Bosco - weiter wie Variante 1

Streckenlänge: xkm, inklusive Streckenstück Karlauplatz - Herrgottwiesgasse.




 

Die folgenden Vor- und Nachteile der Varianten für das Streckenstück Jakominiplatz - Nahverkehrsknoten Don Bosco nach dem Bau der gesamten Strecke geben z. T. meine Meinung (kursiv), zum anderen die offiziellen Angaben aus Informationsbroschüren und Zeitungsberichten wieder.

Variante Vorteile Nachteile
1
  • geringere Baukosten.
     

  • ab Elisabethinergasse / Rösselmühlgasse soll mit dem Bau dieser Variante eine Stichstrecke zum Roseggerhaus gebaut werden (= Entlastungsstrecke).
     

  • vollständiger Ersatz von 2 Buslinien (32, 33) auf der Strecke Jakominiplatz - Don Bosco und der Buslinie 31 auf der Strecke Jakominiplatz - Webling.

  • die Realisierung einer eigenen Trasse gestaltet sich schwieriger. (Fortsetzung).
     

  • Geringes städtebauliches Entwicklungspotential, da die Strecke vom Jakominiplatz bis zum Gürtelturmplatz kaum Möglichkeiten für eine Aufwertung der betroffenen Straßenzüge zulässt.

2
  • vollständiger Ersatz von 2 Buslinien (32, 33) auf der Strecke Jakominiplatz - Don Bosco und der Buslinie 31 auf der Strecke Jakominiplatz - Webling (Fortsetzung), sowie
     

  • Ersatz von 2 Buslinien (39, 67) auf der Strecke Griesplatz - Karlauplatz(Fortsetzung).
     

  • Möglichkeit der Wiederinbetriebnahme der Strecke Karlauplatz - Herrgottwiesgasse (ca. 200m). Dadurch Anschluss an die Strecke der Linie 5 und somit Wiederherstellung der gesamten Strecke, die 1971 stillgelegt wurde und vom 6er befahren wurde.
    Somit wäre eine Umleitungsstrecke für die Linien 4(13) und 5 geschaffen.
     

  • Mit der Neugestaltung des Griesplatzes (gesamte Länge) und der Karlauerstraße ließe sich im Zusammenhang mit dem Bau der Strecke dieser Stadtteil beleben.

  • höhere Baukosten, auch in Bezug auf den Bau der Entlastungsstrecke.
     

  • längere Fahrzeit, die sich durch die verbesserten Umsteigemöglichkeiten und durch zukünftige vom Individualverkehr getrennte Trassen kompensieren lässt.

 

Verlängerung der Strecke bis zur Stadtgrenze (Straßgang) bzw. bis nach Seiersberg

Leider herrscht in Graz ständiger Geldmangel und so werden noch Jahre vergehen bis es überhaupt zum Bau der ersten Etappe der Strecke kommt. Da auch der Bund und besonders das Land Steiermark ebenso unter Finanznöten leiden, würden diese ohne ein ausgeklügeltes Gesamtkonzept (z. B. Straßenbahnstrecken in Umlandgemeinden oder als Stadtbahn) eine einzelne Straßenbahnstrecke überhaupt nicht mitfinanzieren.


Streckeneinstellungen von Buslinien:

Streckeneinstellung der Linien 32 und 33

Mit dem Bau der Straßenbahnstrecke könnten die Buslinien 32 und 33 zu einer Linie verknüpft werden.

Ein Nachteil beim Bau der gesamten Strecke ist, dass Fahrgäste dieser beiden Linien dann zusätzlich einmal umsteigen müssen um in die Innenstadt zu gelangen. Wenn auch bei allen offiziellen Planungen eine Straßenbahnstrecke durch die südliche Kärntner Straße (wichtige Einfahrtsstraße in die Stadt) nicht vorgesehen ist, wäre die Buslinie 32 dennoch ein Kandidat für die Umstellung auf Straßenbahnbetrieb (wochentags Betrieb mit Gelenkbussen). Da die Buslinie 32 nur stadteinwärts in der Kärntner Straße über eine Busspur verfügt und stadtauswärts dementsprechend lange im Stau stecken bleibt, ließe sich am ehesten eine eingleisige Strecke auf der derzeitigen Busspur realisieren.

Streckenverlegung der Buslinien 39 und 67

Die Buslinien könnten ab der Kreuzung Triester Straße / Lazarettgürtel in beide Richtungen über den Lazarettgürtel und von dort weiter über Gürtelturmplatz, statt den Buslinien 32 und 33, in Richtung Innenstadt fahren. Bei der Kreuzung Lazarettgürtel / Fabriksgasse würde eine Umsteigemöglichkeit zur Straßenbahn bestehen.

Der Vorteil dabei ist, dass dadurch keine neuen Umsteigezwänge entstehen, da die Buslinien als Durchgangslinien erhalten blieben.


Realisierung einer eigenen Trasse auf der Strecke Jakominiplatz - Don Bosco

Der anfänglich gleiche Streckenverlauf der Streckenvarianten über Radetzkystraße - Radetzkybrücke und Brückenkopfgasse bedeutet für beide das gleiche Problem. Die Brückenkopfgasse vom Individualverkehr zu befreien würde das in den Siebzigern realisierte Einbahnsystem um die Innenstadt zerstören und ist daher kaum realisierbar.

Ab Griesplatz:
Variante 1: In der Rösselmühlgasse soll stadtauswärts die nur in der HVZ  befahrbare Busspur in Zukunft ganztags benutzbar gemacht werden. Ob sich das durch die wenigen noch verbliebenen Geschäftsinhaber realisieren lässt, die starke Umsatzeinbußen befürchten müssen, weil alle Parkplätze in der Straße verschwinden würden, ist offen.
In der Lazarettgasse, die bisher nur stadteinwärts über eine Busspur verfügt, da stadtauswärts über zwei andere Straßen gefahren wird, gab es bereits in den Neunzigern Proteste gegen die Entfernung von Parkplätzen um den Straßenzug in beiden Richtungen (wieder) befahren zu können.
Bei der anschließenden Gürtelturmkreuzung muss eine der meistfrequentierten und größten Kreuzungen der Stadt überquert werden, die auch gleichzeitig eine der unfallträchtigsten ist. In der oberen Kärntner Straße ließe sich auf den vorhandenen Busspuren eine eigene Trasse realisieren.

Variante 2: Auf der Karlauerstraße ab Stadlgasse ließe sich eine eigene Trasse realisieren, wodurch der dortige Stau in der HVZ umfahren werden könnte. In den Neunzigern wurden die dortigen Parkplätze auf der Ostseite in Schrägparkplätze umgewandelt. Noch heute ist der Straßenzug durch eine überbreite Fahrspur in beide Richtungen geprägt. Die restliche Strecke verläuft außerhalb des Hauptverkehrsstraßennetzes der Stadt und benötigt so dort keine eigene Trasse.


Entlastungsstrecke

Seit 1971 fahren alle Straßenbahnlinien durch die Herrengasse (Innenstadt) was dazu führt, dass am Tag alle ein bis zwei Minuten mind. 1 Straßenbahn durch diese Fußgängerzone fährt.
1957 hat man die Strecke (Jakominiplatz) - Griesplatz - Rösselmühlgasse - Elisabethinergasse der Linie 3 stillgelegt. Und genau diese Strecke wird nun als "Entlastungsstrecke" bezeichnet. Dadurch sollen einzelne Linien (z. B. Linie 3) statt durch die Herrengasse über den Griesplatz zum Jakominiplatz verkehren, wodurch die anderen Linien im Takt verdichtet werden könnten.

Seite aktualisiert am Sonntag, 22. August 2010

 

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